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IHK-Arbeitskräftereport: Unternehmen setzten auf Ausbildung

15.03.2012

Der demografische Wandel hat die Unternehmen in Südbrandenburg in voller Konsequenz erreicht. Die Betriebe reagieren darauf mit einer deutlich veränderten Personalpolitik. Dies belegt der aktuelle Arbeitsmarktreport der Industrie und Handelskammer (IHK) Cottbus.

Von 2012 bis 2030 wird die Bevölkerung im Bezirk der IHK Cottbus von 624.000 auf 516.000 Einwohner um 17,3 Prozent zurückgehen. Dies geht einher mit einer Überalterung der Bevölkerung - schon heute sind 22 Prozent der Einwohner älter als 67, bis 2030 wird dieser Anteil auf 36 Prozent steigen. Damit schrumpft das Potenzial an erwerbsfähiger Bevölkerung in der Region immer drastischer. Zugleich ist bei den Unternehmen ein langfristiger Trend zu einem moderat erhöhten Arbeitskräftebedarf festzustellen. So stieg die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen zwischen 2005 und 2011 von 189.594 auf 201.064.

Als Folge finden bereits jetzt 26 Prozent der befragten Unternehmen keine geeigneten Arbeitskräfte. Offene Lehrstellen können sogar 39 Prozent der Befragten nicht besetzen. Dies betrifft vor allem den Dienstleistungssektor und das Baugewerbe.

Vor diesem Hintergrund ist die Förderung des eigenen Nachwuchses die wichtigste Maßnahme der Unternehmern zur Fachkräftesicherung: 39 Prozent beabsichtigen, mehr in Ausbildung zu investieren. Daneben wollen 28 Prozent die Beschäftigung von älteren Arbeitnehmern ausweiten und 24 Prozent auch mehr in die Weiterbildung ihrer Beschäftigten investieren. Weitere oft angesprochene Maßnahmen sind z. B. die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder finanzielle Anreize.

Allerdings weisen die Daten auch darauf hin, dass nicht nur auf Grund der starken Rückgänge bei den Schulabgängerzahlen, sondern auch wegen der mangelhaften Ausbildungsreife von Bewerbern Lehrstellen nicht besetzt werden können. Immerhin 72 Prozent der Unternehmen sehen besonderen Handlungsbedarf bei der Verbesserung der Qualifikation der Schulabgänger.

Ein weiteres Problem ist die Unternehmensnachfolge. Schon in den kommenden fünf Jahren benötigen 5.484 kleine und mittlere IHK-Unternehmen einen Firmennachfolger. Nur knapp 50 Prozent dieser Betriebe kann die Nachfolge innerhalb der Inhaberfamilie regeln.

"Der demografische Wandel betrifft alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Seine eigenen Maßnahmen zur Deckung seines Fachkräftebedarfs kann jeder Betrieb aber nur eigenständig definieren. Die IHK Cottbus bietet den Unternehmen an, sie auf diesem Weg zu begleiten. Die IHK kann beispielsweise im Aus- und Weiterbildungsbereich oder bei Fragen zur Unternehmensnachfolge fachkundig beraten", erklärt Klaus Aha, Präsident der IHK Cottbus.

Die IHK Cottbus erstellt ihren Arbeitsmarktreport im Ergebnis repräsentativer Umfragen und statistischer Auswertungen für die Region Südbrandenburg -

d. h. für die Landkreise Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Dahme-Spreewald, Spree-Neiße und die Stadt Cottbus. Der Report umfasst die Bevölkerungsentwicklung, die Beschäftigungssituation, den Fachkräftebedarf, die Nachwuchssituation und den Generationswechsel in den regionalen Unternehmen. An den Umfragen haben sich insgesamt 500 Unternehmen aus Südbrandenburg beteiligt.

Der Report ist einzusehen unter www.cottbus.ihk.de; Rubrik Publikationen.